Auch diesmal hatte die Sektion Wunstorf wieder einen besonderen Programmpunkt zum Jahresabschluss ausgesucht: Die Reise ging diesmal nach Hamburg-Finkenwerder, genauer gesagt zum Airbus-Standort.
Die zehn teilnehmenden Mitglieder, teilweise von weit her angereist, waren begeistert und erstaunt von der geographischen Lage und Ausdehnung der riesigen Airbus-Liegenschaft. Mit seinem eigenen Flugbetrieb inkl. Tower liegt sie auf der wunderschönen, durch alte Häuser geprägten, Elbinsel. Auf dem Weg dorthin sah man im Vorfeld beim Einfahren in den Hamburger Stadtteil Finkenwerder, die großen Lagerzentren von Airbus. Gerade auf dem Parkplatz angekommen, konnte ein Start des Beluga Airbus mitverfolgt werden.
Die Führung ging vom hochmodernen Besucherzentrum aus mit der werkseigenen Buslinie los, welche die Besuchergruppe 2,5 Stunden lang über das Werksgelände chauffierte. Der fachkundige Airbus-Guide (seit 1980 am Standort) beantwortete gerne und ausführlich jede Frage. So wurden auch die Entwicklung und das Wachstum des Konzerns mit seiner vielschichtigen Kundschaft sichtbar – von Privatpersonen über das Militär bis hin zu Fluggesellschaften. 3000 Airbus-Mitarbeiter sind dafür allein in Finkenwerder vor Ort, davon rund 800 Auszubildende.
Airbus bietet nahezu unendliche Ausstattungsmöglichkeiten für seine Maschinen an: Von Modulen für Pferdeboxen, über Militärtransporter bis hin zur individuellen Luxusausstattung, zum Beispiel in Form von fliegenden Konferenzräumen mit Bar und Kombüse – es ist alles möglich. So liefert der Beluga jeden Tag die Bausatzteile zur Montage in Finkenwerder an oder fliegt diese wieder zu den anderen Airbus-Werken in ganz Europa aus.
In den verschiedenen Werkshallen konnten die einzelnen Fertigungsketten bei der technischen Umsetzung erlebt und jegliche Produkte wie Technikelemente oder Einbaumodule angeschaut werden. Dazu Kabinenneuerungen beim Licht, den Gepäckfächern, der Fenstertechnik, den Klimaanlagen, den Sicherungen für Kabelbäume, den Wendeltreppen für die Ebenen in Großflugzeugen, dem Sitzkomfort, dem Sound und der digital nutzbaren Bildschirmsysteme. Die einzelnen Schritte bis zum fertigen Fluggerät wurden dabei genau erläutert.
Sicherheit ist eine tragende Basis bei der Verarbeitung der hochwertigen Materialien. So konnte zugeschaut werden, wie Isolierungen im mittleren Korpus des Flugzeuges angebracht wurden und in einem anderen Schritt Fußbodenplatten verlegt worden sind. Alles muss dem Druck in der Luft später standhalten können. Ingenieurteams berechnen die optimale Ausdehnung im Zusammenspiel der verwendeten Materialien. Auch dazu gibt es von den Auftraggebern Wünsche, um ein Flugzeug beispielsweise leichter und energiesparender zu gestalten. Testverfahren werden dazu ebenso durchgeführt bis die Ergebnisse allen Anforderungen Rechnung tragen. Verbundstoffe stehen derzeit hoch im Kurs. Als Fertigungshilfe wurden feste Montageelemente anstatt wackeliger Leitern verwendet, die später nach der Montage wieder aus dem Flugzeugtorso entfernt werden können.
Eine Übersicht der aktuellen Airbus-Modelle wurde aufgezeigt sowie auf dem Werksgelände befindliche ältere Luftfahrzeuge angeschaut. So konnte die historische Entwicklung der Designs und Innovationen zum Energiesparen bis hin zum Ziel der Klimaneutralität über die letzten 50 Jahre veranschaulicht werden. Mit einem gemeinsamen Essen im neuen Gebäudekomplex auf der Airbus-Insel endete das spannende Tagesprogramm.
(Text: Esther Bruns, Sektionsleiterin Wunstorf/ Foto: FKLw e.V)